American Football - Regeln & Begriffe





Das Grundprinzip:
Beim American Football geht es um Raumgewinn und das Erreichen der gegnerischen Endzone.


Von den maximal 50 Spielern der Teams, die nach jedem Spielzug ausgewechselt werden können, stehen sich 11 auf jeder Seite gegenbüber.
Die angreifende Mannschaft (Offense) hat dabei vier Versuche (Downs), mit denen sie den Ball durch Tragen oder Werfen mindestens 10 Yards (knapp 10 Meter) nach vorne bringen muss.
Schafft sie dies, bekommt sie vier neue Versuche für weitere 10 Yards.
Dieses Vorwärtskämpfen der Offense führt im Idealfall dazu, dass der Ball hinter die gegnerische Grundlinie des insgesamt 100 Yards langen Spielfeldes gebracht wird. Das Erreichen dieser "Endzone" (schraffierte Fläche) bringt der Offense einen Tochdown (6 Punkte) ein. Außerdem hat sie danach die Möglichkeit, von der 3-Yard-Linie aus Zusatz-Punkte zu erzielen: entweder mit einem Kick über das Torgestänge = "PAT" = 1 Extra - Punkt oder mit einem erneuten Lauf bzw. Pass in die Endzone = Conversion = 2 Extra - Punkte.

Um dies zu verhindern, steht den Angreifern von Team A die körperlich durchaus nicht unterlegene Verteidigung (Defense) von Team B gegenüber.
Diese versucht ihrerseits durch Taktik und verschiedene Aufstellungen, die Angreifer zu verwirren und den Ballträger möglichst früh zu stoppen. Dort, wo sie dies schafft, ist der Spielzug zu Ende - und beginnt der nächste.
Gelingt es der Offense einmal nicht, innerhalb ihrer vier Versuche den nötigen Raumgewinn von zehn Yards zu erzielen oder verliert sie das Lederei oder hat sie Punkte erzielt, bekommt automatisch der Gegener den Ball.
Das Angriffsrecht wechselt - die Offensevon Team B wird auf den Platz geschickt und trifft auf die Verteidigungsspezialisten von Team A.

Damit du die Zuschauer - und auch die Teams - immer genau wissen, wo man steht und wieviel Raumgewinn noch erzielt werden muss, gibt es die "Ketten-Crew".
Durch zwei Stangen mit meinst rot-orangen Markierungen, die mit einer Kette verbunden sind, wird die 10-Yards-Distanz vom ersten Versuch(First Down) aus angezeigt.
Eine zusätzliche Stange mit Schild (Down-Marker) und einer Zahl von 1 bis 4, signalisiert den Versuch, der gerade gespielt wird.
Da sich der Down-Marker immer auf Ballhöhe befindet, kann man hier auch erkennen, wie weit die Offense noch vom Erreichen der 10 Yards entfernt ist.

Wenn die Offense nahe genug an die gegnerische Endzone herankommt, ohne jedoch die Chance auf einen Touchdown zu haben, kann sie den Ball mit einem Kick vom Boden durch das Torgestänge schießen. Dieses "Field Goal" bringt dem Angriff immerhin 3 Punkte.
Aber auch die Verteidigung kann punkten: indem sie die Angreifer mit dem Ball in deren Endzone zurückdrängt erzielt sie einen "Safety" und 2 Punkte. Eine weitere Möglichkeit für die Defense besteht darin, einen freien Ball aufzuehmen und selbst in die gegnerischen Endzone zu tragen.

Während das Tragen des Ledereis oft einem Kampf auf Biegen und Brechen gleichkommt, gehören Pässe zum eleganteren Teil dieses Sports.
Die Pässe werden in der Regel vom Spielmacher der Offense (Quarterback) geworfen. Würfe von 50 Yards und mehr sind dabei keine Seltenheit. Sie werden von der elliptischen Form des Spielgerätes begünstigt und kommen punktgenau zum dafür vorgesehenen Passempfänger (Receiver) - meistens jedenfalls.
Berührt der Ball allerdings den Boden, wird er also nicht sicher aus der Luft gefangen, ist der Pass ungültig. Das einzige Risiko für die Angreifer: Auch der Gegner kann einen solchen Pass (ab-)fangen (Interception) und kommt damit automatisch in Ballbesitz. Gleiches gilt übrigens auch, wenn ein Ballträger bei einem Lauf-Spielzug das Ei fallen lässt (Fumble) und nicht mehr selbst aufnehmen kann. Auch solch ein Ball kann von den Gegenspielern in Besitz genommen werden.

Ihr seht, so kompliziert, wie immer dargestellt, ist Football gar nicht - jedenfalls im Prinzip. Zwar ist das Regelwerk das wohl umfangreichste im Sport überhaupt, aber die Grundbegriffe kann jeder Neuling schon beim ersten Besuch erlernen.
Die fälschlicherweise angedichtete Brutalität dieses Sportes weisen Spieler und Fans weit von sich.
Sicher, American Football ist ein harter Kontakt-Sport, aber erstens sind die Akteure durch Training und Ausrüstung vorbereitet und geschützt. Zweitens überwachen bis zu sieben Schiedsrichter (die in den gestreiften Hemden) das Spielgeschehen.

Längst nicht alles ist beim Football erlaubt. Nur soviel zum Anfang: Mit Ausnahme des Ballträgers darf kein Spieler festgehalten werden. Auch das Berühren des gegnerischen Gesichtsgitters ist ebenso verboten wie Beinstellen oder das Behindern eines Passempfängers beim Fangen. Bei einem Foul wird übrigens nicht der einzelne Spieler, sondern das ganze Team (durch Raumverlust) bestraft.


Geschrieben unter Zuhilfenahme des "Gridiron", Magazin des ehemaligen B1-Teams